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Tai Chi Kung Fu und das Dao des Bogenschiessens
(Meditatives Bogenschiessen)
Bogenschiessen hat sehr viel mit Tai Chi Kung Fu gemeinsam.
• Loslassen...loslassen...loslassen
• «Konzentriere dein «Qi», sei zentriert, locker und entspannt, entwickle Sanftheit»
• Das Qi im Körper fliessen lassen und mit dem Strom des Dao verbunden sein.
• «Wu wei» dem Nicht–Handeln (Handeln das kein aktives Tun ist).
• Ausdauerndes Bemühen «Erzwinge nichts» und doch «Streng dich an»!

Bogenschiessen als Innhalt der traditionelle Kampfkunst
Der Bogen war in China schon 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung eine typische Kampfkunstwaffe. Es heisst das die Kunst des Bogenschiessens nur von jenem vervollkommnet werden konnte, der die absolute Tugend (Wu de) besitzt und sich in einem harmonischen Gleichgewicht aller innerer verschiedenen Materialien zusammengesetzte Bogen benutzt, die eine Reichweite von mehr als 250 m erreichen konnten.

Das Dao des Bogenschiessens
Im Dao des Bogenschiessens wird eine Technik entwickelt, die dem Schützen die Richtung seiner persönlichen Entwicklung anzeigt. Es geht dabei allerdings nicht um eine rein sportliche Betätigung, sondern um eine geistige Übung, die hilft, den Zustand der Versenkung zu erreichen. Das Schiessen mit Pfeil und Bogen ist eine Angelegenheit auf Leben und Tod. Der Pfeil, auf ein Ziel gerichtet, wird zur tödlichen Waffe. Im übertragenen Sinn, in einem meditativen Kontext, steht er für die Auseinandersetzung des Schützen mit sich selbst.
In der Technik im Dao des Bogenschiessens findet der Schuss auf einer nichtmateriellen, geistigen Ebene statt. Pfeil und Bogen sind lediglich Hilfsmittel, die in einem späteren Stadium der Bewusstseinserweiterung überflüssig werden. Wie in allen meditativen Bereichen kommt es auch hier nicht auf das Wie der Meditation an. Letztendlich geht es darum, das kosmische Bewusstsein zu erreichen, das alle technischen Fertigkeiten überflüssig macht. Auf dem Weg (Dao) dorthin kann uns diese Kunst des Bogenschiessens eine interessante und spannende Hilfe sein.
Die Technik muss überschritten werden. An einer bestimmten Stelle auf dem Weg zur letzten Wahrheit erwächst das Können nicht mehr aus dem Bewusstsein, sondern aus dem Unbewussten. Vor dem inneren Auge des Schützen öffnet sich der Kosmos der Einheit. Er wird gewahr, dass beim Bogenschiessen Schütze und Ziel nicht mehr zwei entgegengesetzte Pole einer Dualen Welt sind, sondern das eine das andere in einem dynamischen Prozess durchdringt und bedingt (Yin und Yang vereinigt). Im Dao des Bogenschiessens wird der Schütze zum Ziel. Mit jedem Schuss richtet er geistig den Pfeil auf sich selbst. Das kann nur gelingen, wenn dieses Selbst aus den Fesseln des Bewusstseins und des Irdischen befreit ist.
Praktisch handelt es sich beim Dao des Bogenschiessens um eine Technik der Bewusstwerdung, inneren Läuterung und spirituellen Entwicklung (Meditation). Entscheidender Faktor dieser Technik sind Atemübungen (Qigong). Mit dem Ein- und Ausatmen werden kosmische Energieströme bewusst gemacht, die zu Ruhe und Konzentration verhelfen, ohne die das Bogenschiessen von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre.
Wem es gelingt, sein Denken und sein Ego zugunsten einer kosmisch-universalen Sicht der Dinge zurückzustellen und damit sein wahres Selbst zu erkennen, der ist zum Dao-Meister geworden; Pfeil und Bogen haben dann ihre Schuldigkeit getan.
Alle Erklärungen zu diesem Komplex müssen abstrakt bleiben. Wir begeben uns hier auf ein Gebiet, in dem der Intellekt nichts mehr auszurichten vermag. Das Dao in all seinen Spielarten kann nicht beschrieben, sondern muss erfahren werden.
In einer alten chinesischen Geschichte heisst es:
In alten Zeiten flogen die Gänse nach Süden. Aber um das Haus eines berühmten Meisters im Bogeschiessen machten sie einen weiten Bogen, aus Furcht.
Und nun umgekehrt: Als er jedoch sehr alt war, befreundete sich sogar ein Tiger mit ihm und war zahm wie ein Hund. Die Gänse fürchteten ihn, das war die Zeit, als er den Geist des Bogens entdeckt hatte, dieser aber noch nicht entwickelt war. Der Tiger kam zahm zu ihm, da war dieser Geist in sein tägliches Leben eingedrungen und hatte sich mit ihm verschmolzen. Der Geist, der durch die Übung des Bogens geboren wird, liebt die Menschen, liebt alle Dinge, er macht keine Unterschiede zwischen den Dingen in und unter dem Himmel, er lebt glücklich in dieser Welt, nichts macht ihm Furcht, so wie er ist, geht sein Leben zu Ende.
Halbtages-Training im Bogenschiessen
Aus Gründen der Organisation und Platzbedarf, wird zur Zeit das Dao des Bogenschiessens, in Ergänzung zur Tai Chi Kung Fu Selbstverteidigung, nur als Halbtages-Training und im nur Freien angeboten.


